Die Baugeschichte des Doms

815: Kaiser Ludwig der Fromme verlegt das Bistum von Elze nach Hildesheim und lässt auf dem Domhügel eine kleine Kirche bauen.

Um 820: Gunthar, erster Bischof von Hildesheim, baut südlich der Kapelle des Kaisers eine Bischofskirche für das Chorgebet des Domkapitels.

852 bis 872: Bischof Altfrid lässt nach drei Tagen Fasten und Beten einen neuen Dom über die Kaiserkapelle und in ihrer westlichen Verlängerung bauen.

Um 963: Bischof Othwin baut südlich des Doms eine Kapelle, die dem Heiligen Epiphanius von Pavia (gestorben 496) geweiht wird. 963 bringt Othwin die Gebeine des Hl. Epiphanius von Pavia nach Hildesheim.

Um 1015: Bischof Bernward stattet den Dom reich mit Kunstwerken aus. Für die bronzenen „Bernwardtüren“ lässt er die Westkrypta umbauen und eine neue Vorhalle im Wester errichten.

Um 1035: Bischof Godehard lässt den Westabschluss des Domes abbrechen und baut einen neuen Westriegel mit Atrium und Glockenturm. Über der ehemaligen Epiphaniuskapelle entsteht ein Kollegiatstift mit Kirche.

1046: Dom und Stadt Hildesheim brennen. Der Dom wird stark zerstört.

1044 bis 1054: Bischof Azelin beginnt westlich des Domes einen größeren Neubau, der den Dom insgesamt nach Westen verschieben soll.

1061: Bischof Hezilo weiht einen neuen Dom auf den Grundmauern des früheren Altfriddomes. Der weiter westlich begonnene Dom von Azelin wird wegen massiver Baumängel aufgegeben. Im Westquerhaus richtet Hezilo seinen Bischofspalast ein (das heutige Bischöfliche Generalvikariat).

1079: Bau der Laurentiuskapelle unter Bischof Hezilo (heutige Domsakristei)

1321: Bischof Otto von Wohldenberg erbaut mitten im Kreuzgang die Annenkapelle. In diesen Zeitraum fällt vermutlich auch die Aussamung des „1000-jährigen Rosenstocks“ an der Chorapsis.

Ab 1330: Anbau der gotischen Seitenschiffkapellen

1440: Erweiterung der Laurentiuskapelle um ein Schiff nach Süden.

Um 1444: Neubau der Antoniuskapelle in der Flucht der verbreiterten Laurentiuskapelle.

1718 bis 1770: Barocke Innenausschmückung des Domes mit Stuck und Malerei

1841 bis 1850: Abriss des Godehardwestriegels und der Seitenkapellen und Neubau einer Doppelturmfassade nach dem Vorbild von St. Godehard in Hildesheim

22. März 1945: Bombardierung und vollständiger Ausbrand des Doms. Die Nordseite, das Querhaus und der Ostchor stürzen ein. Die Dächer und Westtürme brennen aus. Nach Kriegsende stürzen weitere Mauerteile ein.

1950: Architektenwettbewerb zum Wiederaufbau des Doms. Der Architekt W. Fricke aus Hannover gewinnt den ersten Preis. Er plant, den Dom auf den Grundmauern des Hezilodoms relativ originalgetreu zu errichten.

27. März 1960: Neuweihe des Domes durch Bischof Heinrich Maria Janssen

Quelle: Höhl, Brandt, Kruse, Scharf-Wrede: Welterbe. Der Hildesheimer Dom und seine Schätze; Bernward Mediengesellschaft, Hildesheim 2007