Der Mariendom und die Kirche St. Michaelis sind als erste niedersächsische Baudenkmale von der UNESCO als Kulturerbe der Menschheit anerkannt worden und seit 20 Jahren in der Welterbeliste verzeichnet.
Einzigartig in Deutschland ist die Würdigung zweier Kirchen – inzwischen unterschiedlicher Konfession – an einem Ort. Beide Kirchen haben neben ihrer sakralen auch eine wichtige historische Bedeutung. Der Hildesheimer Dom und die ehemalige Benediktinerabteikirche St. Michael legen ein außergewöhnliches Zeugnis von der religiösen Kunst im Heiligen Römischen Reich ab.
Der Hildesheimer Dom St. Maria in seinem heutigen Erscheinungsbild geht baugeschichtlich bis in das 11. Jahrhundert zurück und zählt historisch zu den ältesten Kirchengründungen in Niedersachsen. Auf den Grundmauern eines abgebrannten karolingischen Baus aus dem 9. Jahrhundert errichtet, wurde er im Jahr 1061 von Bischof Hezilo geweiht.
Doch der Sakralbau wurde im Zweiten Weltkrieg - durch einen Bombenangriff am 22.3.1945 - in seiner Bausubstanz weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau bis 1960 war eine bewundernswerte Leistung, die heute jedoch einer grundlegenden und dringenden Generalsanierung und funktionsorientierten Restrukturierung bedarf.
Neben vielem anderen zeichnet den Dom Hildesheim eine für Deutschland einmalige Quellenlage zur Kirchengeschichte aus. Es ist nicht nur der Dom mit den angrenzenden erhaltenen Gebäuden zu nennen, sondern auch einer der wichtigsten Domschätze überhaupt mit einer Sammlung romanischer Kunst, insbesondere Bronzen und Feinschmiedearbeiten von weltweit einmaligem Wert. Dazu kommt eine herausragende, für alle Jahrhunderte belegte historische Überlieferung.
Das gesamte Ensemble bedarf einer grundsätzlichen Sanierung sowie in Teilen Neupositionierung, um den vorhandenen Objekten gerecht zu werden und sie angemessen in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Als Schirmherr dieses umfangreichen Sanierungsprojektes wünsche ich mir die Unterstützung, die der Hildesheimer Mariendom verdient. Das Land Niedersachsen wird nach Kräften das Bistum Hildesheim bei dieser Aufgabe unterstützen. Ich hoffe sehr, dass es gelingen wird, die Finanzierung zu sichern und damit das einzigartige und für die Menschheit wertvolle Bauwerk in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Hannover, im April 2009
