300.000 Euro für den Dom!

02.12.2011

Dombauverein übergab einen Scheck an das Domkapitel

Hildesheim (bph) Gerade einmal zweieinhalb Jahre nach seiner Gründung kann der Hildesheimer Dombauverein die Sanierung der Bischofskirche mit einer namhaften Summe unterstützen. Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Vereins übergab dessen Vorsitzender Dr. Konrad Deufel am Freitagabend, 2. Dezember, dem Domdechanten Weihbischof em. Hans-Georg Koitz symbolisch einen Scheck über 300.000 Euro.

Dr. Konrad Deufel (links) übergibt Domdechant Weihbischof em. Hans-Georg Koitz einen Scheck über 300.000 Euro für die Domsanierung

Dr. Konrad Deufel (links) übergibt
Domdechant Weihbischof em. Hans-Georg
Koitz einen Scheck über 300.000 Euro für
die Domsanierung;
Foto: bph

Auch wenn die Eckdaten für den Gesamtplan der Domsanierung schon länger feststehen, gibt es immer wieder offene Detailfragen zu entscheiden. Auf Vorschlag des Architekturbüros Schilling in Köln entschied jetzt der Bauherr, das Hildesheimer Domkapitel, dem Nordparadies zusätzlich eine westliche und östliche Tür zu geben. Hier befinden sich zurzeit Gitter. „Diese Eingänge gab es früher schon, wir stellen den ursprünglichen Zustand wieder her“, sagt Generalvikar Dr. Werner Schreer. Direkt hinter den Öffnungen soll sich ein Windfang aus Glas anschließen, so dass der nördliche Eingangsbereich zu einem „temperierten“ Vorraum werden kann.

Im Nordparadies soll der Besucher dann auf ein weithin unbekanntes Kleinod im Dom stoßen: die Steinbergkapelle. In der östlichen Wand des Vorraumes gelegen, war sie bisher immer verschlossen. Gebaut wurde sie um 1405 durch Stiftungsgelder eines Domherrn von Steinberg. Die Kapelle zählt zu den wenigen originalen, gotischen Bausubstanzen des Doms, auch Wandmalereien aus der Zeit sind erhalten. “Mit die Umgestaltung wollen wir sie wieder allen zugänglich machen“, freut sich Weihbischof em. und Domdechant Hans-Georg Koitz. Über die Funktion gibt es noch keine Entscheidung: „Es könnte ein Informationsraum über die Zerstörung des Doms werden.“

Auch die Laurentiuskapelle zählt zu den Orten im Dom, die nur Insidern bekannt sind, was sich gleichfalls ändern soll. Sie wird zukünftig für Gottesdienste genutzt und soll als Sakramentskapelle mit Tabernakel dienen. „Hier soll man einen Ort der Stille finden, auch wenn es im Dom mal etwas unruhiger zugeht“, erklärt der Generalvikar. Dafür wird ein direkter Durchgang aus dem Dominnenraum geschaffen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde die Laurentiuskapelle als seitlicher Teil der Sakristei verwendet, viele große Schränke für Messgewänder prägten das Bild des Raumes. Sie werden in der neuen Sakristei Platz finden, die nach den Planungen dreigeschossig wird. Über dem ursprünglichen Raum wird sie über einen Treppenzugang nach oben erweitert und so ausreichend Platz auch bei größeren Veranstaltungen wie der alljährlichen Chrisammesse bieten.