Elf für 1249

02.05.2011

Neues „Premiumjahr“ am Hildesheimer Zeitstrahl erinnert an die Verleihung der Stadtrechte

Hildesheim (bph) Im Jahre 1249 durfte sich Hildesheim endlich „Stadt“ nennen. Stolze und selbstbewusste Bürger trotzten dem damaligen Bischof Heinrich I. dieses „Stadtrechtsprivileg“ ab. 762 Jahre später haben sich elf honorige Bürger zusammen getan, um an dieses Datum zu erinnern. Gemeinsam übernahmen sie die Patenschaft über das „Premiumjahr“ 1249 auf dem Zeitstrahl im Hildesheimer Kreuzgang, der an die 1.200jährige Geschichte von Stadt und Bistum erinnert. Am Montagmittag trafen sich einige der Jahrespaten am Kreuzgang.

 Prof. Dr. Herbert Reyer, Elisabeth Conrady, Dr. Konrad Deufel, Dr. Ulrich Kumme, Dr. Eckhart von Vietinghoff mit der Plakette in der Mitte und ihren Patenurkunden  © Funk

Die anwesenden Paten für das Jahr 1249 (von
links): Prof. Dr. Herbert Reyer, Elisabeth
Conrady, Dr. Konrad Deufel, Dr. Ulrich
Kumme, Dr. Eckhart von Vietinghoff mit der
Plakette in der Mitte und ihren
Patenurkunden; Bild: Funk

Dr. Konrad Deufel, ehemaliger Stadtdirektor der Bischofsstadt und jetzt Vorsitzender des Dombauvereins, hat für diese Aktion Bürgerinnen und Bürger gewonnen, die in den vergangenen Jahren Verantwortung getragen haben in Hildesheim: Seine Vorgänger im Amt des Oberstadtdirektors – Dr. Wilhelm Buerstedde, Dr. Eckhart von Vietinghoff und Dr. Georg-Berndt Oschatz – sind dabei, aber auch der ehemalige Oberbürgermeister Dr. Ulrich Kumme und die ehemaligen Bürgermeisterinnen Elisabeth Conrady und Edith Feise sowie die früheren Dezernenten Dr. Annamaria Geiger und Thomas Kuhlenkampff. Deufel konnte darüber hinaus Ehrenbürgerin Dr. Leonore Auerbach und Stadtarchivar Prof. Dr. Herbert Reyer für diese Sache gewinnen.

Reyer übernahm es dann auch als Geschichtsexperte, kurz die Bedeutung des Jahres 1249 für die Stadt Hildesheim zu erläutern. „Stadtluft macht frei“, so brachte er es auf den Punkt. Die Bürger waren dem Bischof in einer Angelegenheit zu Hilfe gekommen, der revanchierte sich mit der Verleihung der Stadtrechte. Fortan hatten die Bürger des Ortes wesentlich mehr Rechte, auch gegenüber dem Bischof. Hildesheim wuchs und gedieh und wurde zu einem bedeutenden kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum.

Um die lange Geschichte des Bistums zu illustrieren und zugleich Unterstützer für die Domsanierung zu gewinnen, hat das Domkapitel als Bauherr der Domsanierung gemeinsam mit dem Dombauverein Anfang 2010 das Projekt „1200 Jahre suchen Paten“ aus der Taufe gehoben: Entlang des Kreuzgangs hinter der Domapsis – vom Eingang bis zur gegenüberliegenden Seite – zieht sich seitdem ein Metallband als „Zeitstrahl“ entlang, das 1.200 Jahre symbolisiert, untergliedert in Einzeljahre, Jahrzehnte und sogenannte Premiumjahre. 180 Euro kostet die Patenschaft über ein Einzeljahr. Eine kleine Kupferplakette auf dem Zeitstrahl trägt den Wunschnamen des Paten. Zusätzlich sind für 750 Euro ganze Jahrzehnte mit einer größeren Plakette zu erwerben. Wer ein Jahrzehnt exklusiv ohne zusätzliche Einzeljahr-Patenschaften erstehen möchte, zahlt dafür 2.500 Euro. Für die doppelte Summe ist die Premium-Patenschaft über ein Jahr zu bekommen. Sie beinhaltet eine Namensgravur auf einer gehämmerten Kupferplatte mit stilisierter Rose.

Mit dem Jahr 1249 hat jetzt schon das vierte Premiumjahr seine Paten gefunden, freut sich Dr. Ralf Tappe, Geschäftsführer des Dombauvereins. Insgesamt sind es rund 140 Jahre. Das 20. Jahrhundert ist schon fast komplett an Paten vergeben. Tatsächlich ist das Interesse an der Geschichte des Doms und an der Domsanierung groß, das konnte auch Dr. Konrad Deufel bestätigen. Erst im April 2009 gegründet hat der Hildesheimer Dombauverein inzwischen rund 400 Mitglieder. „Wir sind auf einem guten Weg“, zeigt sich Deufel zufrieden.