Evangelische Kirche unterstützt Domsanierung mit 10.000 Euro

12.07.2012

Landeskirche Hannover erwirbt Zeitstrahl-Patenschaft für das Jahr 1517

Hildesheim (bph) Die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers unterstützt mit einer Spende von 10.000 Euro die Sanierung des Hildesheimer Doms. Zugleich übernimmt sie auf dem Zeitstrahl im Kreuzgang eine Patenschaft für das Jahr 1517. Eine große Plakette auf dem 70 Meter langen Metallband bezeugt seit Donnerstagvormittag den Kauf.

 Dr. Konrad Deufel (Vorsitzender des Dombauvereins), Burkhard Guntau (Präsident des Landeskirchenamtes), Eckhard Gorka (Landessuperintendent), Hans-Georg Koitz (Weihbischof em.)

Gelebte Ökumene im Kreuzgang des Doms
(von links nach rechts): Dr. Konrad Deufel
(Vorsitzender des Dombauvereins),
Burkhard Guntau (Präsident des
Landeskirchenamtes), Eckhard Gorka
(Landessuperintendent), Hans-Georg Koitz
(Weihbischof em.). Foto: KirchenZeitung

„Es ist für uns eine große Freude, dass die evangelische Kirche ein Jahr auf dem Zeitstrahl kauft“, sagte der emeritierte Weihbischof und Hausherr des Domes, Hans-Georg Koitz, „und es ist ein schönes Zeichen für das gute Zusammenwirken der beiden Kirchen in unserer Region.“ 1517 hatte bekanntermaßen Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen veröffentlicht und so die Reformation ins Rollen gebracht. „Luther hat mit seiner Bibelübersetzung den Aufbruch in die Neuzeit eingeläutet, Katholiken und Protestanten müssen auch heute gemeinsam ihren Glauben in die moderne Zeit übersetzen“, betonte der Präsident des Landeskirchenamtes, Burkhard Guntau, ebenfalls die Verbundenheit der beiden Konfessionen.

Um die lange Geschichte des Bistums zu illustrieren und zugleich Unterstützer für die Domsanierung zu gewinnen, hat das Domkapitel als Bauherr der Domsanierung gemeinsam mit dem Dombauverein Anfang 2010 das Projekt „1200 Jahre suchen Paten“ aus der Taufe gehoben: Entlang des Kreuzgangs hinter der Domapsis – vom Eingang bis zur gegenüberliegenden Seite – zieht sich seitdem ein Metallband als „Zeitstrahl“ entlang, das 1.200 Jahre symbolisiert, untergliedert in Einzeljahre, Jahrzehnte und sogenannte Premiumjahre. Die unterschiedlichen Jahre kosten zwischen 180 und 5.000 Euro.

Der Vorsitzende des Dombauvereins Dr. Konrad Deufel ist von der positiven Resonanz auf den Zeitstrahl höchst erfreut. „Unser Modell wird mittlerweile andernorts kopiert.“ Auch die Zahl der Mitglieder im Dombauverein steige stetig an und nähere sich der 500. Davon sei gut ein Drittel evangelisch, auch das ein schönes ökumenisches Zeichen.